Vier Stimmen zu einer starken Partnerschaft
Gelebte Inklusion im Lorzensaal
Jeden Dienstagvormittag bringt Orly Nimi frischen Wind in den Lorzensaal Cham. Seit der Vermittlung durch die Stiftung zuwebe unterstützt der engagierte Mitarbeiter wöchentlich das Hausdienst-Team von Sandro Schgör. In diesem Beitrag erzählen Orly Nimi, Sandro Schgör, Leiter Hausdienst/-technik, Marianne Sidler, Geschäftsführerin vom Lorzensaal, und Sarah Grangier, Job Coach bei zuwebe, aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie sie diese Zusammenarbeit wahrnehmen.
Orly, du bist jeden Dienstag im Lorzensaal im Einsatz und hast dich gut im Team eingelebt. Wie geht es dir mit deinen Aufgaben hier?
Orly Nimi: Meine Arbeit im Lorzensaal mache ich gerne. Sandro gibt mir klare Aufträge, zum Beispiel das Abbauen und Stapeln von Stühlen oder die selbstständige WC-Reinigung. Sandro ist ein cooler Chef. Und mit Nico aus dem Team kann ich jeweils über Eishockey reden. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass das Team weiterhin zufrieden ist mit mir und ich noch lange im Lorzensaal arbeiten darf.
Du hast diesen Sommer auch bei den Special Olympics National Summer Games in Zug grossen Einsatz gezeigt und Gold und Silber abgeräumt. Wie war das für dich?
Orly Nimi: Das war eine grossartige Erfahrung für mich, es waren sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer anwesend. Ich habe jetzt mehrere Goldmedaillen zuhause und das ist mega cool.
Sandro und Marianne, wie ist die Zusammenarbeit mit der Stiftung zuwebe zustande gekommen? Und was für Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Sandro Schgör: Die Idee entstand über einen ehemaligen Mitarbeiter, der heute bei der Stiftung zuwebe arbeitet. Meine Erfahrungen sind durchwegs positiv. Orly ist sehr neugierig und bringt viel positive Energie und Schwung in den Lorzensaal. Natürlich braucht es zu Beginn etwas mehr Zeit für Einarbeitung und Begleitung. Sobald die Abläufe aber vertraut sind, reduziert sich dieser Aufwand deutlich. Jeder Mensch bringt eigene Fähigkeiten und Stärken mit und verdient die Chance, diese einzubringen und weiterzuentwickeln.
Marianne Sidler: Die Kooperation passt sehr gut zu unserem Verständnis von sozialer Verantwortung und gelebter Integration. Besonders schätze ich, dass wir mit der zuwebe eine professionelle und engagierte Partnerin an unserer Seite haben. Für mich zeigt diese Partnerschaft sehr schön, was entstehen kann, wenn soziale Institutionen und Betriebe gemeinsam Verantwortung übernehmen und Integration ganz praktisch umsetzen.
Sarah, welche Rolle nimmst du als Job Coach ein? Und was macht die Zusammenarbeit mit dem Lorzensaal Cham besonders?
Sarah Grangier: Als Job Coach sehe ich mich in erster Linie als Brückenbauer. Meine Rolle besteht darin, den Übergang zwischen dem geschützten Rahmen unserer Institution und dem externen Einsatzbetrieb optimal zu gestalten. Zwischen Orly und mir finden regelmässige Gespräche statt, damit die Arbeitseinsätze im Lorzensaal und bei der Stiftung zuwebe reibungslos ablaufen. Auch mit Sandro Schgör bin ich im Austausch und stehe dem Lorzensaal-Team bei Unklarheiten oder für Anpassungen jederzeit zur Verfügung. Diese Kooperation ist auf jeden Fall ein Vorzeigebeispiel: Das Lorzensaal-Team begegnet Orly mit viel Empathie, aber gleichzeitig mit professioneller Normalität. Die Zusammenarbeit im Team findet auf Augenhöhe statt, das gibt Orly ein schönes Gefühl der Zugehörigkeit und stärkt seine Eigenverantwortung.
Marianne, weshalb ist das Engagement für Menschen mit Beeinträchtigung eine Herzensangelegenheit für den Lorzensaal Cham?
Marianne Sidler: Echte Integration bedeutet für mich, dass Menschen mit Beeinträchtigung ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehören, privat genauso wie beruflich. Als öffentliches Kultur- und Kongresshaus tragen wir auch eine soziale Verantwortung. Wir sind ein Ort der Begegnung und diese Offenheit leben wir auch intern. Gemeinsames Arbeiten und gegenseitiges Lernen sollten keine Besonderheit sein, sondern gelebte Normalität.
Sarah und Sandro, welchen Tipp möchtet ihr anderen Unternehmen mitgeben, die über ähnliche Arbeitsmodelle nachdenken?
Sarah Grangier: Haben Sie keine Berührungsängste. Menschen in Integrationsmassnahmen wollen keine Sonderbehandlung, sondern ein fester, nützlicher Teil des Teams sein. Nutzen Sie uns Job Coaches unbedingt als kostenlose Ressource. Wir begleiten die Prozesse, fangen administrative Fragen ab und unterstützen Betriebe dabei, motivierten Menschen eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.
Sandro Schgör: Ich kann andere Betriebe nur ermutigen, sich auf ein solches Arbeitsmodell einzulassen. Die Zusammenarbeit mit motivierten Menschen, die mit Freude und Interesse bei der Sache sind, ist eine grosse Bereicherung. Man sollte offen an die Sache herangehen, sich die nötige Zeit für den Start nehmen und die individuellen Stärken der Person in den Mittelpunkt stellen. Es lohnt sich definitiv.







